Das Wetter soll zum Nachmittag hin umschlagen, also mache ich mich auf den Weg in mein Lieblingswaldgebiet, um für’s Greifvogel-Monitoring Ausschau nach Greifvogel-Horsten zu halten. Bisher habe ich noch keinen besetzten Horst gefunden, aber bei fast jeder Tour sehe und höre ich den Habicht – irgendwo muss er doch „wohnen“ – und seinen Nachwuchs aufziehen…

Die Bäume tragen frisches Maigrün…

… wenn die Farne ihre Wedel noch nicht ganz entrollt haben, sondern sich noch kringeln, finde ich sie besonders anmutig:

Ich habe Mrs Lumix mitgenommen, so richtig gut verstehen wir uns immer noch nicht, aber immerhin tut sie heute schon etwas gefälliger, um was ich sie bitte. Zum Beispiel dieses Kunstwerk abzulichten – wie eine Giacometti-Skulptur liegt der Baumstamm ausgestreckt mit leicht angewinkelten Beinen zwischen Moos und Heidelbeeren:

Dieser hier steht noch. Im Herbst trug er noch Borke, inzwischen ist er „unbekleidet“…

Ein Mäusebussard zieht seine Kreise über mir und miaut. Ich sehe ihm lange zu.

Der Ilex blüht, im Winter wird es also wieder schöne rote Beeren geben:

Oft sieht es von Weitem so aus, als befände sich in den Baumkronen ein Nest. Bei näherem Herangehen oder Zoomen stellt sich aber meist heraus, dass es sich nur um verdichtetes Geäst handelt. Aber hier… das könnte ein Horst oder Kobel sein:

Da muss ich beim nächsten Mal näher ran – aber jetzt habe ich es doch eilig, denn…

… dunkle Wolken ziehen auf und die Wetter-App warnt vor Gewitter. In zwanzig Minuten, sagt sie, geht es los…

Trotzdem nehme ich mir noch Zeit, um einem Waldbrettspiel zuzuschauen. Freundlicherweise setzt es sich vor mir auf den Weg, so dass ich es fotografieren kann:

Und auch den leuchtend gelben Ginster an der frischgrünen Eiche betrachte ich noch ausgiebig, denn ich mag Ginster sehr.

Aber dann packe ich die Kamera in den Rucksack und beeile mich. Ich bin noch etwa einen Kilometer vom Auto entfernt, als es beginnt zu donnern. Ich habe zwar kaum Angst in der Natur, aber vor Gewitter und Schwarzwild habe ich Riesenrespekt.

Als ich gerade im Auto sitze, prasselt der Regen los. Glück gehabt! Und der Wald freut sich über den Regen.