Ein Beitrag auf Heides Blog puzzleblume über Marienkäfer lässt mich wieder auf Zimmerreise gehen…

Als Kind liebte ich es, Marienkäfer zu sammeln. Einige Jahre lebte meine Familie in der Großstadt, hinter dem vierstöckigen Mehrfamilienhaus lag eine Rasenfläche mit Sandkasten und Schaukelstange, ein paar Sträuchern und einer Buchenhecke. Ich konnte mich stundenlang damit beschäftigen, die Hecke nach Marienkäfern abzusuchen. Als Sammelbehälter diente mir ein Joghurtbecher, über den mittels Gummiring ein Stück Frischhaltefolie gespannt war, sorgfältig mit Luftlöchern versehen, die ich mit einer Nadel hineingepiekst hatte. Im Becher kleine Ästchen mit Blättern, damit die Käfer „sich wohlfühlen“ könnten.

Meist ließ ich die Käfer nach sehr kurzer Zeit wieder frei. Manchmal aber versuchte ich ihnen Kunststücke beizubringen, bevor ich sie wieder in die Hecke zurück setzte. Ich spannte dann einen Bindfaden zwischen zwei Gegenstände und ließ den von mir gefundenen Käfer auf dem Fadenhochseil laufen. Ich ließ die Käfer auch über meine Finger „Treppen laufen“ und mochte das zarte Kitzeln ihrer Füßchen auf meiner Haut.

Die meisten Käfer waren rote Marienkäfer, seltener fand ich schwarze mit roten Punkten. Die kleinen gelben mit schwarzen Punkten waren besonders selten und ich freute mich immer sehr, wenn ich einen fand. Als Hochseil-Artisten waren die roten die begabtesten, soweit ich mich erinnere.

Im Kommentar-Gespräch mit Heide wurde ich auch an die Schokoladenkäfer erinnert, die es zur Oster- und Pfingstzeit gibt – oder zumindest in meiner Kindheit und auch später noch gab. Der Schokoladenkörper in Käfermusterfolie auf eine schwarze Füßchen-Pappunterlage geklebt. Einen solchen meinte ich, im Küchenregal zu haben. Als ich ihn für diesen Beitrag hier fotografieren wollte, stellte ich fest, dass es kein Schokoladenkäfer ist, sondern ein kleiner Holzkäfer. Ich weiß aber ganz sicher, dass ich dort mal einen Schokoladenkäfer sitzen hatte. Der war sicherlich so alt, dass ich ihn irgendwann weggetan habe und stattdessen den Holzkäfer im Regal platziert habe. Der Holzkäfer war einmal Dekoration auf einer Glückwunschkarte, soweit ich mich erinnere.

Ich hoffe sehr, dass es diese Schokoladenkäfer immer noch gibt. Sie können zwar nicht auf Bindfäden Hochseillaufen – aber schöne Kindheitserinnerungen bringen.

Wenn es nachher mal aufhört zu regnen, werde ich im Garten einen Marienkäfer suchen. Und ihn auf meiner Hand laufen lassen und das Kitzeln seiner Füßchen spüren.

Und vermutlich ein bisschen sentimental werden…

Das darf man ja wohl mal.