Es ist für mich das erste Mal, ein Pferd von (vor) seiner Geburt an zu begleiten. Und von ihm begleitet zu werden.

Mit seinen nicht mal zweieinhalb Jahren ist Eldur inzwischen schon größer als einige der Herren in der Herde. Besonders befreundet ist er mit Fáuni, der mit seinen 28 Jahren schon ein älterer Herr ist. In jüngeren Jahren war Fáuni ein ziemlicher Raufbold. Und Eldur sorgt dafür, dass er im Training bleibt. Manchmal wird es Fáuni zu viel und dann…

Hepp, hoch die Kiste!

… Aber Eldur hält das nicht vom Raufen ab. Weiter geht’s…

Wenn man auf dem Paddock arbeitet, muss man etwas aufpassen, man möchte ja nicht mitraufen oder über den Haufen gerannt werden. Manchmal muss man mit den Armen fuchteln und brüllen „Weg da, spinnt ihr…“. Dann bleiben die Raufbolde stehen und schauen einen an mit dem Wieso???-Blick: Was hast du bloß? Wir haben dich doch gesehen!

So raufboldig Eldur mit seinen Artgenossen ist – er weiß sehr wohl, dass er mit mir anders umgehen und seine große Kraft vorsichtiger einsetzen muss.

Ich finde es immer wieder beeindruckend, dass ein solch großes und starkes Tier wie ein Pferd sein Verhalten derart auf ein anderes Wesen wie einen Menschen einstellt.

Eine Form von Einfühlsamkeit, von der manche Menschen lernen könnten…