Angeregt durch Puzzleblumes Aufnahme vom Purpursalbei widme ich mein Morgenfotografie-Ritual dem Salbei. Bisher gelangen mir keine Aufnahmen, die für mich das Wesen(tliche) des Salbeis sichtbar werden ließen. Heute ist das anders, das Licht, die Luft, Feuchtigkeit, Temperatur und Stimmung lassen mich meinen Zugang zur Pflanze finden.

Besonders die Randstrukturen der Blätter faszinieren mich. Sie erinnern mich an gestickte Säume filziger Stoffe. An „Mäusezähnchen“ genannte Umrandungen bei Häkeleien früher im Handarbeitsunterricht.

Nach der gestrigen Lektüre des Märchens „Der Hund und der Sperling“ bin ich umso froher, eine Spatzenkolonie im Garten und ein freundschaftliches Verhältnis zu diesen Gefiederten zu haben.

Shunmyo Masunos Empfehlungen machen mir schwer zu schaffen. Erst das mit den Schuhen, jetzt empfiehlt er, den Schreibtisch aufzuräumen. Ich habe aber keine Zeit, meinen Schreibtisch aufzuräumen, weil ich meine Zeit lieber dafür einsetze, mich über Dachse zu informieren. Ich weiß, wo ein Dachsbau ist. Nur ist da auch Schwarzwild, und vor Schwarzwild habe ich größten Respekt. Besser gesagt: Angst. Und meine Spatzen kann ich ja schlecht mitnehmen in den Wald als Schutztruppe.