spaziergänge mit Tyta gehören zum schönsten und wichtigsten in meinem leben. es ist eine besondere verbundenheit zwischen uns bei diesen spaziergängen. beim laufen finden wir einen gemeinsamen rhythmus. synchronisieren sich ihr huf- und mein herzschlag. sie und ich im gleichklang. und die spaziergänge wirken immer noch lange nach.

heute hat sich nach nur wenigen schritten schon unsere spezielle synchronizität eingestellt. wir laufen einen asphaltierten feldweg entlang. Tytas hufklappern lässt blockierende gedanken verschwinden. macht gedankenwege frei. für einen kurzen moment hebt sie den kopf. schnaubt leise. ja, sage ich, ich habe jetzt bis ins neue jahr hinein zeit. ich erzähle ihr von dem, was ich verwirklichen möchte. dass ich in den letzten monaten wohl ein bisschen zu mainstreamig geworden bin. beeinflusst. mich selbst irgendwie verloren habe. und dass ich jetzt wieder da bin. und dann erzähle ich ihr von dem, was ich vorhabe. und dass ich dafür mein leben ein bisschen umwuseln muss. dass ich auch ein bisschen angst habe, ob ich das schaffe. sie versteht das. wir kennen uns ja. wir sind beide schüchternmutig. und entschlossen. wenn wir etwas wirklich wollen.

nach dem spaziergang kaufe ich drei schreibkladden. solche dinger, die man „page marker“ nennt, um in büchern textstellen zu markieren. zehn bleistifte aus zertifizierter nachhaltiger holzwirtschaft (wenn das mal stimmt). einen ordner mit pferdemotiv (tropische strandmotive und kitschwasserfälle fand ich blöd).

vor der haustür ist das paket mit den geschenken für die freunde abgestellt. wirklichen freunden mache ich gerne geschenke. nicht nur weihnachten. aber dann auch.

die Szymborska schrieb: „sollen doch menschen, die sie nicht kennen, behaupten, es gebe keine glückliche liebe. mit diesem glauben leben und sterben sie leichter.“

ja. echt wahr.