als ich das alte holztor aufschließen will, entdecke ich im draht am torpfosten ein eichenblatt.

wie sich das anfühle, frage ich das blatt, festzuhängen und zerrissen zu werden. ob es sehr weh tue. nein, antwortet das blatt. ich muss mich ja nicht hier festhalten, fügt es hinzu und raschelt ein bisschen. ich könnte mich lösen von dem, an dem ich festhalte, und das werde ich mit der zeit auch tun. aber warum, frage ich, tust du es noch nicht? weil ich nicht am boden liegen sondern nach vorne schauen möchte, sagt das blatt, und ich möchte nicht, dass man achtlos auf mir herumtritt. hier bleibe ich, bis ich spüre, dass es weitergehen kann. und dann finde ich meinen weiteren weg. aber du bist so zerrissen, sage ich. mit der zeit löst sich alles auf, antwortet das blatt, und wenn etwas neues entstehen soll, muss sich etwas altes auflösen.

sehr vorsichtig öffne ich das tor und gehe meinen weg.