jeden abend, wenn es schon fast dunkel ist, sitzt der amselerich in einem baum vorm fenster. mal in einer der linden, mal in der eberesche, mal im holunder oder im apfelbaum. was wir uns erzählen, kann niemand sonst verstehen.

ob der apfel ihm geschmeckt habe, den ich für ihn hingelegt hatte, frage ich. gut war der apfel, sagt er, und dass er satt ist und müde. dass wieder ein alter baum gefällt wurde, erzählt er mir, und die vögel nach neuen schlafplätzen suchen müssen. ob er die hübsche amseldame schon kenne, frage ich, die seit ein paar tagen in den garten kommt. und er schweigt dezent. dass er angst vor dem sperber hat, gesteht er mir, und ich fühle die angst mit ihm. ob es sein kann, frage ich ihn, dass arterien von sowas wie lebenslügen verstopft werden können. er sagt, er vermute es, und dann könne aus dem herzen kein mut mehr kommen und man verlerne das fliegen. dass ich gerne fliegen können möchte, sage ich. das kannst du, sagt er, nur anders als ich. ob ich morgen wieder futter streue, fragt er, und ich antworte: ja, und einen apfel lege ich auch dazu. dass ich ihn durch den winter füttern werde, verspreche ich ihm.

manchmal ist uns beiden einfach nur kalt. ihm im außen. mir im innen. wenn wir miteinander gesprochen haben, wird es wärmer.