man ist nicht gut drauf. mischung aus wütend traurig und wasweißich. man fährt zum friedhof. hat aber nix mit dem nichtgutdraufsein zu tun. friedhöfe können ganz schön sein. zum fotografieren zum beispiel. der dorffriedhof ist nicht schön. man fühlt da nix. man hat ein sehr nüchternes naturwissenschaftliches verständnis davon was mit lebewesen nach dem tod passiert. man fährt einfach nur wegen grabpflege hin. nur alle paar monate mal. damit nicht wieder ein brief vom friedhofssheriff kommt. dass das grab ungepflegt ist. friedhofssheriffs haben keinen sinn für alternative grabgestaltung. vor dem grab verstummen plötzlich die gedanken in einem. nicht weil es so ungepflegt aussieht. das tut es nur ein bisschen. (naja. mittelmäßig ungepflegt ist es.) alles in einem ist still weil sich da eine pflanze ausgesät hat. die man seit langem schon für den garten haben wollte. hat man aber irgendwie noch nicht bekommen bisher. und da wächst sie nun an vier stellen. (vier!) als ob jemand sagen wollte: hej du. die sind für dich. zum trost. zum mutmachen. zum sich freuen vielleicht einfach. man rupft ein bisschen unkraut vom grab. dann gräbt man eine der pflanzen aus. für den garten. dann geht man zum auto. nach ein paar schritten dreht man sich nochmal um. man flüstert: danke. ganz leise

Werbeanzeigen