Siebter Hexenschusstag und ich wache auf und fühle mich großartig. Die Nacht war anfangs echt schäbig wegen der Erkältung. Fieber und das komplette Erkältungsrepertoire. Irgendwann eingeschlafen. Und vergleichsweise mopsfidel aufgewacht – nur noch Rückenschmerzen, welch angenehmer Zustand! Frühstück im Garten, Filippo leistet mir im Korbsessel Gesellschaft. Müsli mit Apfel und Banane, das wirklich gut schmeckt – trotz Banane. Und hübsch sieht sie aus, diese Retardkapsel mit der hellblauen Hälfte und der durchsichtigen, durch die man die kleinen hochwirksamen Kügelchen sehen kann, die heute garantiert Wunder wirken werden.

Heiko bringt mir Schmerzbalsam und die Botschaft, dass auf der Straße ein überfahrenes Dohlenbaby liegt. Im Schnabel hat es eine Beere. Ich lege es unter die Buchenhecke unter die dichtstehenden Akeleien ins Laub und streichle sein seidiges Gefieder. Jetzt nimmt die Natur es und lässt neues Leben aus ihm entstehen. Sage ich mir, um nicht allzu traurig zu sein.

Wir essen Möhreningwersuppe und die schmeckt einigermaßen obwohl ich sie gekocht habe. In der kleinen Myrte, die auf dem Gartentisch steht, sitzen zwei Marienkäferlarven. Vor der Möhreningwersuppe sehen sie fotogen aus. Ich fotografiere sie. Für den Abend sind Unwetter angesagt und man weiß ja nicht, wann man wieder zum Fotografieren von Marienkäferlarven vor Möhreningwersuppe kommt.  Als ich gerade darüber nachdenke, ob das heute Abend ein Déjávu gibt – also sowas wie vor zwei (?) Jahren als der Keller volllief und ich das Handgelenk verletzt hatte und mir Ule und die anderen so großartig geholfen haben beim Entrümpeln – als ich darüber nachdenke also, sehe ich im Garten die erste Plattbauchlibelle in diesem Jahr und beschließe, optimistisch zu sein. Und stelle fest, dass der Rücken tatsächlich etwas weniger schmerzt.