Montagmorgen und meine Stimmungslage ist am Höchsttiefpunkt angekommen. Zwar kann ich mich besser bewegen, aber die Schmerzen ziehen in die Beine, links sogar bis in der Fuß. Von der vielen Bewegerei – die ja tatsächlich hilft – bin ich zum Umfallen müde, und das, obwohl ein sehr großes Bewegungspensum für mich zum Alltag gehört. In der Nacht hat sich auch noch eine Erkältung in mir niedergelassen. Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Naselaufen und Kiefern- und Nasennebenhöhlen tun auch weh. Bevor ich aufstehe überlege ich, was eigentlich nicht weh tut momentan. Die Hände sind topfit, würde ich sagen.

Ich schmeisse kein Schmerzmittel ein, weil ich direkt bei Praxisöffnung zum Arzt meines Vertrauens will und davon ausgehe, dass dieser mir etwas Wirksameres verabreicht als der Vertretungsarzt. Als ich ankomme, ist das Wartezimmer brechend voll. Zwei Stunden Wartezeit ungefähr. Das schaffe ich nicht im Stehen oder Sitzen im engen Wartezimmer. Also nach Hause. Mittags kurz vor Praxisschließung wieder hin, Schmerzmittel habe ich inzwischen doch eingeworfen. Immer noch brechend volles Wartezimmer. Ich darf in den Laborraum, wo ich besser im Halbsitzstand warten kann. Ich fühle mich erbärmlich und ein Blick in einen Spiegel zeigt, dass ich auch so aussehe.

Der Arzt checkt die Bewegungslage und fragt, was mir Freitag von der Vertretung verordnet wurde. Und, fragt er dann in stark zweifelndem Tonfall, hat’s geholfen? Und legt schonmal ein Rezeptformular und drei rosafarbene AU-Formulare in den Drucker. Stärkere Chemie und Krankschreibung für die ganze Woche. Danach – keine anderen Patienten mehr, die warten – unterhalten wir uns über Dohlen (Was ist in dem Kasten an ihrem Hausgiebel?) und Blühstreifen und dies und das. Ich humpele zur Apotheke. Und dann nach gegenüber zur Eisdiele. Pistazieneis gibt es nicht. Ich nehme Himbeere, Banane und Haselnuss. Dabei mag ich Bananen nicht besonders. Ich führe die Wahl auf meine Benommenheit durch den Schmerz zurück. Dann kaufe ich noch kurz im dörflichen Supermarkt ein. Bio-Bananen. Das verstehe nun, wer will…