So ein Hexenschuss ist eine unterhaltsame Angelegenheit. Schon morgens. Der erste Anruf mit der Nachfrage, wie es mir geht, erreicht mich, als ich im Vierfüßerstand auf der Matratze versuche, in die Senkrechte zu kommen. Ich krieche zum Telefon und anstatt mich an der Türklinke hochzuziehen krieche ich zurück zur Matratze. Nun im Dreifüßerstand – weil ich ja mit einer Hand das Telefon halte – versuche ich wieder aufzustehen und dabei optimistisch zu klingen. Letzteres gelingt (glaube ich zumindest), ersteres erstmal nicht. Nach einer Weile dann doch. Der Kater braucht sein Medikament. Bevor ich mich wieder in Bodennähe begebe, halte ich ihm einen Vortrag, dass Menschen mit Hexenschuss nicht gut mit Tabletten in der Hand hinter Katern herkriechen können. Der kluge Kater zeigt Nachsicht und lässt mich nur ca. 5 Meter hinter sich herkriechen und nimmt dann die Tablette. Bei der im Dreifüßerstand stattfindenden Verabreichung knicke ich mit der Verlängerung des schmerzenden Rückens zwei Bartnelken ab. Kommen in ein Marmeladenglas auf den Tisch. Um eine Vase aus dem Schrank zu holen müsste ich mich bücken und das geht nicht. Frühstücksbesuch kommt mit Brötchen und Schmerzsalbe und Tabletten. Nach dem Frühstück gelingt es mir, mittels eines Tuchs die Wärmflasche auf meinem Rücken zu befestigen. Die nächsten Stunden werde ich mit der Risikoabwägung verbringen, ob ich Schmerzmittel nehme obwohl ich Schmerzmittel nicht gut vertrage und durchaus auch mal mit einer Allergie oder Medikamentenschock darauf reagiere oder ob ich besser weiter Schmerzen zum Jaulen habe. Erstmal ablenken mit Bloggen. Wenn es nicht zum Heulen wäre wegen der Schmerzen, wäre es zum Lachen.