Immer wieder bin ich fasziniert von den hörnchenförmigen Auswüchsen auf den Blättern meiner Lindenbäume. Die Farbkombination der purpurroten Hörnchen auf dem hellen Lindenblattgrün gefällt mir sehr.

Bei den Hörnchen handelt es sich um die Beutelgallen der Lindengallmilbe Eriophyes tiliae.

Die Weibchen der Lindengallmilbe durchstechen mit ihren Mundwerkzeugen die Außenwände der Blattzellen und saugen vom Zellsaft.  Dadurch gelangen Speichelsekrete in die Blattzellen, die das Wachstumsverhalten der Blattzellen verändern: Das Gewebe um die Bissstelle beginnt zu wachsen und bildet den roten hörnchenförmigen Auswuchs. In die Beutelgalle legen die Milbenweibchen ihre Eier und es entstehen mehrere Milbengenerationen. Die Weibchen der letzten Generation überwintern dann in den Lindenknospen an den Zweigspitzen. Bis es wieder Frühling wird und sie neue purpurfarbene Hörnchenkunstwerke erschaffen.

Die Linden kommen mit den winzigen Künstlern gut zurecht, sie wachsen munter weiter.