es ist sonntagmorgen und ich habe einen dicken hals. nicht, weil ich mich geärgert hätte oder wütend wäre. nein, im gegenteil: mein innerer psychopudel fühlt sich wohl. eigentlich ein glückstagswochenende bisher. sehr lieben besuch gehabt. ein ornithologisches buch antiquarisch in bestem zustand zu schnäppchenpreis bekommen. bei sturm und eisigem regen ausgeritten und es schön gefunden und die zehen und finger waren nach zwei stunden nicht mehr völlig blaugefroren. das geliehene buch auf den teppich gelegt mit dem gedanken da wird ja nicht gerade jetzt ein kater vorbei kommen und drauf kotzen und dann kommt ein kater und kotzt haarscharf daneben. mehr glück kann man an einem wochenende eigentlich nicht haben.

wären da nicht die halsschmerzen. als hätte sich eine buchecker in die kehle verirrt. oder absichtlich dort niedergelassen. also erkältungstee gekocht. der teebeutel verschwindet in den tiefen der kanne, beim versuch ihn herauszufischen verteilt sich der tee in der kanne. der wasserkocher kann jetzt kein teewasser kochen, weil er zum ersten mal seit jahren entkalkt wird – ich hielt diesen moment jetzt gerade für geeignet, das war ja auch, bevor der teebeutel auf tauchstation ging. über das ganze teekochversuchsgedöns vergesse ich das kochen des frühstückseis. jetzt wird der psychopudel ein bisschen stinkig: kaffee statt tee und kein frühstücksei – deprimierend.

ich beschließe, das positive zu sehen. koche neuen schietwettertee und finde schön, dass es jetzt passend draußen regnet. lege für’s ausreiten schonmal handschuhe zurecht und stelle fest, dass die gar nicht sooo schmutzig sind wie ich dachte. streichle die kater, die sich zusammengerollt haben und in sicherer entfernung von bücherstapeln schlummern. setze meinen neuen reithelm auf und trinke tee aus meiner lieblingstasse. und mein innerer psychopudel kichert, weil er gerne neues ausprobiert und noch nie im wohnzimmer gesessen und mit buchecker im hals und reithelm auf dem kopf tee getrunken und dabei einen irgendwie völlig überflüssigen blogbeitrag geschrieben hat.

ein schöner sonntagmorgen. eigentlich.

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