Vor Jalesezeichen2hren als preisreduziertes Restexemplar gekauft – mir von Jahr zu Jahr wertvoller werdend: John O’Donohue’s Connemara Blues. Eine zweisprachige Ausgabe. So sollte es sein bei Lyrikausgaben… Die Übersetzungen der Texte (Giovanni und Ditte Bandini) entstanden unter Mitwirkung des Autors.

Das Buchcover: ruhig und lebhaft zugleich.

Die Texte: raues Leben und Erleben mit sanfter Klarheit versprachlicht.

Heute schon mehrfach gelesen: Wings / Flügel. Die ersten Zeilen auszugsweise zitiert (auszugsweise, damit es keine rechtlichen Probleme gibt):

Wann immer eine Gans geschlachtet wurde,
Bekam meine Mutter die zwei Flügel.
(…)
Und holte sie herunter, wenn sie
Den Boden vor dem Ofen fegen musste.

Welch ein Kontrast! Die weißen Symbole der Freiheit beschmutzt vom Profanen des menschlichen Alltags. Brutal, grob, dreckig.

Und einige Zeilen weiter der poetische  Feinblick, wieder intensiv-kontrastiv: ein Lichtstrahl, der zeigt, dass leere Luft „betrunknen“ Staub enthalten kann.

Ich kann mich nicht sattlesen an diesen Gedichten. Blues-Feeling. Stark.
Gut.

(John O’Donohue, Connemara Blues. Deutscher Taschenbuch Verlag 2001)

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