Igel sind ganz besondere Tiere. Evolutionsveteranen. Mit ihrer einzigartigen Schutzstrategie des Einigelns leben sie seit etwa 180 Millionen Jahren auf der Erde. Ihre Schutzstrategie funktioniert wunderbar – solange nicht der Mensch mit schnellen Autos kommt…

Besondere Tiere sind sie für mich auch, weil sie so hübsch adrett aussehen mit ihrem Stacheloutfit: Die Igelfrisur sitzt immer perfekt. (Zu den nicht ganz so adretten Flöhen, die sich von Igeln auch ganz besonders angezogen fühlen, schweigt die Chronistin…) Höre ich sie spätabends und nachts im Garten rascheln und schnaufen, bin ich hin und weg und rundum verzückt.

Im Herbst richte ich an verschiedenen Stellen Winterunterkünfte für Igel ein, Laub- und Reisighaufen an geschützten Stellen, und zwei Igelhäuser aus Holz gibt es inzwischen auch. Damit „mein“ Igel – in diesem Jahr ein junger Igel – sich guten Winterspeck anfuttern kann, stelle ich ihm für eine zeitlang abends ein kleines Dinner in den Eingang des Igelhauses. Igelgerechte Nahrung natürlich und nur eine kleine Portion.

Dafür braucht es ein geeignetes Gefäß, flach und so klein, dass es in die Igelhaustür passt. Und: Für einen adretten Typen muss das Dinner stilvoll serviert werden, finde ich.

So haben die großmütterlichen Kristallglas-Untersetzer endlich ihre Bestimmung gefunden. Und der Igel weiß sie offensichtlich zu würdigen, denn jeden Morgen ist das Igelservice fein säuberlich abgeleckt.

Was nicht anders zu erwarten war: Wer immer perfekt frisiert ist, hat auch gute Tischmanieren.

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